Mittwoch, Juni 21, 2006

als Fledermaus bin ich eine Niete

Silvana hat Besuch von ihrer Mutter bekommen. Bevor die beiden sich auf eine Minireise durch die USA begeben haben, mußte erstmal Cincinnati angeguckt werden. Ich bin mitgekommen.
Wir sind in die Innenstadt gefahren, um vom Carew Tower aus die Stadt zu überblicken.
Blick auf Uptown Cincinnati. Man kann im Hintergrund sogar ein paar Gebäude des Unicampus ausmachen. Das sandfarbene Gebäude unterhalb des Funkturms ist Crosley Tower, die Biologie steht daneben.

Anschließend, weil wir sowieso in der Gegend waren, sind wir in den angrenzenden Bundesstaat Kentucky rüber. Das Lustige ist, dazu muß man einfach nur über eine der Brücken laufen. Cincinnati, Ohio and Newport, Kentucky sind nur durch den Ohio River getrennt.
Blick auf den Ohio River; auf der anderen Seite des Flusses liegt der Bundesstaat Kentucky. Dort ist der Schnaps deutlich billiger :D.

Anschließend ein wenig Bildung. Union Terminal (links) ist eigentlich ein Bahnhof.
Man muß allerdings schon genau hinsehen, um eine der Treppen zu finden, die zu den Bahnsteigen führen. Und vor 3 Uhr nachmittags oder so fährt da eh nichts ab. Im richtigen Leben ist das Gebäude eine Ansammlung von Museen. Es gibt ein Naturkunde- und ein Geschichtsmuseum, ein Omnimax, und noch irgendeine Ausstellung. Silvana, die Klassik studiert, ist natürlich in das Geschichtsmuseum abgebogen, ich in die Naturkunde-Richtung. Eigentlich hätten wir das genau entgegengesetzt machen müssen, um tatsächlich was zu Lernen. Ist schon merkwürdig, wie ignorant man gegenüber anderen Wissenschaften wird, wenn man sich zu lange mit seinem eigenen Fach beschäftigt hat. Die Biologie-Seite fand ich natürlich ganz toll. Das Interessanteste war eine künstliche Höhle, mitsamt Stalaktiten (hmm, na ich meine, die ...iten, die von unten nach oben wachsen) und unterirdischen Flüsschen, und Tieren, die typisch für Höhlen sind. Die Tierchen waren in Terrarien, die in die Wand eingelassen waren. Man konnten für den Durchgang zwischen 'Anfänger' und 'Fortgeschrittene' wählen. Letzteres heißt, man muß sich durch die dunklen, teilweise recht engen Gänge quetschen. Nix für Klaustrophobiker.

Dort gab es außerdem eine Telefonzellen-große Box mit dem Titel "be a bat!" ("sei eine Fledermaus"). Zu beiden Seiten waren Lautsprecher angebracht, vorn befand sich ein Trekball mit Mousetasten. Probiere ich doch gleich mal aus! Zuerst kriegt man eine kurze Einführung. Eine weibliche Stimme, die entweder wie eine ganz miese Schauspielerin klingt oder wie ein aus einzelnen Wörtern zusammengeschnittenes Tonband, erklärt einem, daß man mit dem Trekball dem Piepen ausweichen muß, das aus einem der Lautsprecher kommt. Quasi wie eine Fledermaus, die Ultraschall benutzt. Kein Problem für jemanden wie mich, der Ohren wie ein Luchs hat! Oder wie war das? Ok, Piepen kam von rechts, also habe ich wie wild nach links gedreht. Das Piepen wurde immer schneller, ich also noch schneller weg navigiert. Dann hat das Piepen aufgehört. Mission erledigt? Nein! Es folgte ein matschiges Platschen. Und dann teilte mir die miese Schaupielerin mit, daß ich eine schlechte Fledermaus wäre. Diese Erkenntnis hat mich allerdings nicht so schwer getroffen. Schließlich habe ich keine ich-als-Insekt-Niederlage einstecken müssen.

Nach dem Museum haben wir uns im Omnimax eine Dokumentation über Griechenland angesehen. Für alle, die das nicht kennen, ein Omnimax
ist ein Kino mit einer kuppelförmigen Leinwand. Man liegt fast im Sitz. Spezialität dieses Kino ist, daß es in den Filmen ständig sehr schnelle Bewegungen gibt. In dem Film rast man an der griechischen Küste entlang, oder von oben Richtung Erdboden. Mensch, war mir schlecht. Ich hatte das Gefühl, vorn an einen Hubschrauber geschnallt zu sein, der mit Papa-mäßiger Geschwindigkeit rast. Ich mußte mich einfach die ganze Zeit über am Sitz festhalten. Nie wieder!

P.S. Wann kommen eigentlich mal Verwandte von mir zu Besuch? Ich bin schon ein ganzes Jahr hier!