Dienstag, Januar 03, 2006

Weihnachtsferien

Auf dem Weg nach Deutschland.
Bin an einem Montag geflogen. Die beiden Kolumbianer haben mich zum Flughafen gebracht. Erst haben wir aber noch eine andere Freundin abgeholt, die kurz nach mir auch fliegen wollte. Wir zwei Mädels wurden am Flughafen abgesetzt, und weil wir noch reichlich Zeit hatten, haben wir noch einen Kaffee zusammen getrunken.

Zwischenstopp New York. Eine kleine, enge Maschine. Schlechte Luft. Und Turbulenzen. Ich habe die 2 Stunden gerade so überstanden, musste aber wirklich mit mir kämpfen. Als das Flugzeug dann endlich gelandet ist, wollte ich so schnell wie möglich raus an die frische Luft. Ich musste eine Weile warten, bis der Mann, der vor mir stand, seine Sachen gepackt hatte und weiter ging. Auf gleicher Höhe saß ein älteres Pärchen. Die Frau beäugte mich schon die ganze Zeit. Gerade als der Mann vor mir losging, stand sie auf, sah mich trotzig an und begann sie langsam anzukleiden. Ließ sich viel Zeit für den Schal, den Mantel und beobachtete mich die ganze Zeit. Ich habe sie dann gefragt, ob sie mich bitte durchlassen würde. Sie hat mich belehrt, dass man zuerst die vorderen Leute aussteigen lassen müsse, ging aber trotzdem zur Seite und ich konnte draußen endlich aufatmen. Vor dem Flugzeug hat der Shuttlebus bereits gewartet. Das Paar stand wieder in meiner Hörweite und ich habe die Alte gehört, wie sie ihrem Mann empört von mir erzählt hat. Leider ist mir erst dann eingefallen (naja, Übelkeit im Flieger und so), dass ich der Frau lieber hätte drohen sollen, auf ihren Mantel zu kotzen, wenn ich nicht bald an die frische Luft kommen sollte. Dann wäre ich ihr vielleicht weniger unhöflich vorgekommen. Oder erst recht.

In New York bin ich erstmal durchs Terminal gelaufen und habe dann beschlossen, etwas essen zu gehen. Danach bin ich ein wenig herumgeschlendert. Aus dem Flughafen rausgehen wollte ich nicht, weil ich reichlich müde war und vielleicht auch den Flughafen nicht rechtzeitig wieder finde. Ich und mein nicht vorhandener Sinn für Orientierung. Überall im Terminal standen Ledersessel mit Massagefunktion. Ich habe mich dann in einen reingesetzt, um mich zu entspannen. Ich habe mir erstmal eine 3minütige Massage gönnen wollen, zum Testen. Boah, tat das weh. Definitiv nicht empfehlenswert. Es ist auch nicht sonderlich bequem, einfach in den Sesseln zu sitzen, weil man laufend die Massagerolle im Rücken hat, aber wenigstens sind sie groß und weich. Noch dazu, alle 15 Sekunden kommt eine Stimme vom Band, die einen in diesen erste-Klasse-Sesseln willkommen heißt. Ein junger Mann setzte sich in den Sessel neben mir, ging aber nach einer Minute wieder weg, weil ihn das Gequatsche gestört hat. Er meinte noch zu mir, auf diese Weise halten sie sich wohl die nicht-zahlenden Gäste vom Hals. Ich habe aber beschlossen, trotzdem sitzen zu bleiben. Als Alternative winkten nur die Terminal-Sitzreihen, die aber auch nicht bequemer sind als die Sitzplätze in Flugzeugen, und überfüllt. Und mit Musik über Kopfhörer konnte ich die Bandansage auch fast übertönen.
Mir ist wieder einmal etwas aufgefallen. Der Flur war mindestens fünf Meter breit und alles andere als überfüllt. Ich saß in einem Sessel, der direkt an der Wand stand. Und trotzdem sind die meisten Leute direkt vor meinen Füßen entlang gelaufen; ich musste meine Beine sogar manchmal wegziehen, damit mir niemand auf die Füße tritt. Dabei hatten die reichlich Platz, mir auszuweichen. Manche guckten mich sogar streng an, weil ich mein Handgepäck ausgerechnet vor den Sessel gestellt hatte.

Im Flugzeug habe ich versucht, etwas zu schlafen, aber ich konnte nicht einschlafen und schon nach wenigen Minuten tat mir der Nacken weh. Dafür war der Ausblick toll. Erst New York bei Nacht und später Manchester. In Berlin war es dann schon hell und kaum noch Lichter an.

Zu Hause habe ich mich dann gleich erstmal ins Bett gelegt. Ich hatte fast 24 Stunden nicht geschlafen und fühlte mich wie ein Zombie.
Zu Besuch zu sein hat was Feines. Man darf jeden Tag ausschlafen und man kriegt das Leckerste zu essen. Leider habe ich den Eierkuchen, den ich mir am sehnlichsten gewünscht habe, NIE bekommen! Das wird später in meinem Leben sicher zu einem Badespass-Barbie-Trauma mutieren (weißt schon Bescheid, Mama!).
Hey, aber das Weihnachtsessen war wieder spitze.

Familie beim Geschenke auspacken:





Am ersten Weihnachtstag sind wir dann nach Rostock gefahren, weil wir dort was abholen wollten und sind dann gleich über Nacht geblieben. Am nächsten Tag nach Lübeck. Dann wiederum nach Hamburg, zur japanischen Botschaft, damit Lukas sein Visum beantragen konnte. Dann gings wieder nach Rostock, weil die Wohnung ja noch renoviert werden mußte.
Ich erinnere mich, behauptet zu haben, daß Tapeten abreißen Spaß macht. Nach ein paar Stunden fand ich das nicht mehr. Später kamen noch die Schwester und der Vater von Lukas dazu, zum Glück. Wir haben trotzdem bis in den Morgen gebraucht. Was sagt uns das: früher anfangen, nächstes Mal. Mir tat danach alles weh, ein sicheres Zeichen dafür, daß ich langsam alt werde.

Ich konnte dann vor der Abfahrt noch eine Freudin besuchen. In Rostock lag ziemlich hoch Schnee und auf den Straßen war es sehr glatt. Einmal habe ich an einer Ampel gehalten und gucke dann mal in den Seitenspiegel. Und da sehe ich die Motorhaube meines Hintermannes neben meinem Kofferraum stehen. Das war ja Glück!
Hier noch ein anderes Bild von einer Kreuzung vor uns:


Silvester haben wir in Lübeck gefeiert. Angestoßen auf das neue Jahr haben wir mit Kaffee. Das ist doch auch mal was!