Freitag, April 29, 2005

immernoch bei den Vorbereitungen

Ich habe noch kein Stich in meiner Wohnung getan. Eigentlich sollte ich mal langsam mit dem Aufräumen beginnen. Na was solls, es sind noch fast 2 Monate. Ich arbeite eh besser unter Druck.

Ich hatte geplant, einen internationalen Führerschein zu beantragen. Ich habe aber immernoch den roten Lappen, und der muß erstmal auf einen europäischen Führerschein umgeschrieben werden. Ich habe jetzt allerdings gelesen (ein Tatsachenbericht von einem Studenten, der ein Praktikum in Kalifornien gemacht hat), daß der europäische ausreichend ist, heißt, wird fast überall akzeptiert. Er hat dann wohl dort nochmal eine theoretische und praktische Prüfung machen können. Für ganze 20 $!
Ich werde mich deshalb auch mit dem einfachen begnügen.

Visum. Ich brauche ein F1-Visum. Dazu bekomme ich erstmal ein sogenanntes I-20 Formular meiner zukünftigen Arbeitsstelle zugeschickt, denn das brauche ich für den Antrag. Weiterhin einen Überweisungsbeleg über 80 Euro an die Botschaft (mit Originalstempel der Bank), meinen Reisepass, das fertige Antragsformular (DS-156), für ein F-Visum das fertige Antragsformular DS-158 und jetzt kommt`s: ein genau vorgeschriebenes Passfoto. Die Bestimmungen für dieses laut der Homepage der Botschaft möchte ich hier gern auszugsweise zitieren:

"Das Passfoto muss den ganzen Kopf einschließlich der Haare als Vorderansicht zeigen, vorzugsweise die Ohren sichtbar. Der Antragsteller muss direkt in die Kamera schauen (nicht nach unten oder zur Seite). Das Gesicht muss ca. 50 % des Fotos einnehmen. Unter dem Begriff „Gesicht“ ist in diesem Zusammenhang der Kopf des Antragstellers von der Kinnspitze bis zu den Haaren zu verstehen einschließlich voller Breitseite mit Haaren. Das Foto darf nicht älter als 6 Monate sein. Die maßgebende Bedingung ist, dass das Foto den Antragsteller eindeutig darstellt.

Das Foto soll 50 x 50 mm groß, in Farbe oder schwarz-weiß und mit weißem Hintergrund sein (mit dem Kopf des Antragstellers in der Mitte). Fotos mit unruhigem oder dunklem Hintergrund oder mit Muster sind unzulässig. Der Kopf von der Kinnspitze bis zu den Haaren sollte ca. 25 - 35 mm gross sein und die Augenhöhe sollte sich ca. 28 - 35 mm -von der unteren Kante des Fotos gemessen- befinden. Das Foto darf keinen Rand haben. Es muss an das Formular DS-82 oder DS11, Antrag für U.S. Pass, bzw. an das Visaantragsformular DS-156 angeheftet oder aufgeklebt werden. Die Heftung muss so weit wie möglich vom Gesicht entfernt sein."

(Quelle: http://www.us-botschaft.de/germany-ger/visa/foto.html)

Und ich mache mich immer über die Bürokratie in Deutschland lustig .......

Für die Antragstellung muß man in der Botschaft persönlich vorsprechen. Einen Interviewtermin kriegt man wohl sehr kurzfristig, also innerhalb von 1 bis 2 Tagen. Laut Angabe auf der Seite (und auch in jenem Tatsachenbericht) dauert die Bearbeitung des Antrages 6 bis 8 Wochen.
Ich habe allerdings von anderer Seite gehört, daß es tatsächlich nur wenige Tage dauert. Das hoffe ich doch!

Sonntag, April 10, 2005

einleitende Worte

Ich will mich erstmal kurz vorstellen: mein Name ist Nadine und ich bin 25 Jahre alt. Ich wohne in Rostock. Ich habe im Februar meine Biologiestudium abgeschlossen.

Und jetzt bin ich natürlich auf der Suche nach einer Doktorandenstelle. Ich habe in den üblichen Stellenausschreibungen nach passenden Stellen für mich gesucht, aber leider sieht es in der klassischen Biologie (ich hatte Zoologie als Hauptfach belegt) ziemlich mager aus (die wollen alle nur die Laborleute). Ich habe einige Bewerbungen geschickt, ein paar Absagen kassiert oder auch garkeine Antwort erhalten.
Über meinen Betreuer habe ich außerdem jemanden in den USA kennengelernt, die auf einem ähnlichen Gebiet forscht wie ich in den letzten Jahren. Die habe ich natürlich gleich belästigt. "Promoviert in den USA" macht sich schließlich fantastisch auf einem Lebenslauf ;). Und dass ich ihre Themen sehr interessant finde, ist natürlich noch besser.

Nachdem ich wochenlang unnütz in der Uni abgehangen habe (Breitband-Verbindung, hehe) und mindestens dreimal täglich meine Emails überprüft habe, ist endlich ein OK gekommen: ich habe mir die Doktorandenstelle an der amerikanischen Uni geangelt. Ich werde nun bald in Cincinnati, Ohio, das visuelle System der Fächerflügler (Insekten) erforschen. Die Homepage meiner zukünftigen Laborgruppe macht einen sehr netten Eindruck (da stand was von "Chefin versorgt alle mit Süßigkeiten" - wenn das mal nicht vielversprechend ist). Mit der Chefin habe ich schon telefoniert. Sie ist Österreicherin, was meinen Einstieg natürlich sehr erleichtert, wenn ich die wichtigsten Fragen erstmal auf Deutsch formulieren kann.

Aber jetzt steht hier erstmal viel an. Ich muß meine Wohnung auflösen, meine Möbel und meine anderen Sachen günstig verteilen (heißt, damit ich wieder ´ran komme, wenn ich zurück nach Deutschland ziehe) und den ganzen Papierkram erledigen. Es geht nämlich schon ab 20. Juni los! Also jetzt erstmal was entspannendes machen.
Über meinen Kampf mit der Bürokratie werde ich sicherlich noch berichten......