Donnerstag, September 06, 2007

Urlaub mit den Eltern

Nach ganzes 2 Jahren in den Staaten wurde ich endlich mal mit dem Besuch meiner liebsten Eltern beglueckt! Die Mama hat anlaesslich dessen auch fleissig Englisch studiert ... was sie dann meinem Rat nach garnicht anwenden sollte. Zumindest nicht am Flughafen bei der Einwanderungskontrolle. Dort ging alles ueberraschend glatt! Meine Einreise dauert normalerweise laenger, und ich spreche Englisch. Vielleicht sollte ich mich auch nichtsahnend anstellen beim naechsten Mal, dann werde ich nicht so geloechert.

Wir sind am Tag zuvor gerade erst umgezogen, aber Daniel und ich haben es geschafft, die neue Wohnung einigermassen besuchergerecht herzurichten. Nachdem ich die Ellies vom Flughafen abgeholt hatte, sind wir erstmal Lebensmittel einkaufen gefahren haben wir einen Trip in einen originalen, amerikanischen Grossraum-Supermarkt unternommen. Ich hatte fuer den Tag der Ankunft nicht soviel geplant, weil ich mir gedacht haben, dass die Eltern recht erschoepft von der Reise sind.
Am naechsten Tag habe ich ihnen den Campus und die naehere Umgebung gezeigt, und abends sind wir einen trinken gegangen. Jedenfalls, die Jungs haben einen getrunken. Und wurden ueber Whiskey gleich zu Kumpels.
Am folgenden Tag gings in eine Whiskey Distillerie, extra fuer den Papa. Der war dann auch ganz gluecklich mit seinen selbst-versiegelten Whiskeyflaschen.
Bald musste ich schon meinen Liebsten am Flughafen absetzen (schonwieder), und unsere Katze bei meiner Chefin lassen, die sich netterweise bereiterklaert hatte, waehrend meiner Abwesenheit Luna zu hueten. Abwesenheit, weil ich mit Ellies einen super-duper, zweiwoechigen Trip durch Kanada und die USA geplant hatte. Ich habe ueber zwei Webseiten tolle Hotels zum drittel Preis fuer uns gefunden.

Angefangen haben wir mit Toronto, Kanada. Von Cincinnati nach Toronto sind es knapp 9 Stunden netto Fahrzeit. Plus Grenzuebergang, an dem man sich in Schlangen einordnen muss, und sonstige Pausen hat es dann knapp 12 Stunden gedauert, bis wir im Hotel angekommen sind. Ich korrigiere, bis wir in der Strasse angekommen sind, auf der sich das Hotel befinden sollte. Wir haben es auch auf der anderen Strassenseite gesehen. Nur, wir kamen nicht rueber, weil es keine Moeglichkeit gab, links abzubiegen. Also weiter geradeaus bis zur naechten Abbiegemoeglichkeit. Kilometer spaeter. Beim Zurueckfahren habe ich die Einfahrt versaeumt (die leider auch nicht gut ausgeschildert war) und bin dann bei der naechsten Moeglichkeiten rechts ab. Leider fuehrte diese Ausfahrt auf die Stadtautobahn. Naechste Abfahrt wieder raus, und planlos durch die Gegend gefahren...... Wir haben dann irgendwo gehalten und ich habe nach unserer Strasse gefragt. Wir waren garnicht so weit weg, eigentlich. Beim naechsten Versuch haben wir es zum Hotel geschafft.

Am folgenden Tag haben wir den Bus in die Innenstadt genommen und haben uns dort umgesehen. Wir sind auf dem CN Turm gewesen, dem derzeit hoechsten Turm, der fuer Besucher zugelassen ist (553,33 m)! Auf der Plattform gibt es einen Abschnitt, in dem der Fussboden durchsichtig ist. Man kann sich prima vorstellen, wie der Boden unter einem nachgibt und man sich unaufhaltsam auf den Boden zubewegt, bis man unten aufklatscht. Viele Kinder sind wie bloede darauf herumgesprungen (ich: „*kreisch*“). Am naechsten Tag haben wir schon zusammengepackt, da es zur naechsten Etappe losging. Wir sind allerdings nochmal in die Innenstadt gefahren, das Auto irgendwo geparkt, und sind am Ufer des Ontariosees spazierengegangen. Ich hatte leider nicht viel Zeit, mir einen Ueberblick zu verschaffen, aber Toronto scheint durchaus einen Besuch wert!

Niagara-Faella, kanadische Seite. Die Seite mit dem besseren Ausblick, sagen die Kanadier ;). Tatsaechlich ist der kanadische Ort Niagara Falls ein reiner Touristenstuetzpunkt, waehrend die Stadt gleichen Names auf der US-amerikanischen Seite ab 50 Meter hinter den Wasserfaellen wie ein Hinterwaeldlerdorf aussieht.
Von Toronto nach Niagara Falls dauert es nur 4 Stunden, oder weniger. Wir haben uns auch kaum verfahren auf der Suche nach dem Hotel. Allerdings war die Nachbarschaft unseres Hotels auch recht duenn besiedelt. Es war Sonntag Abend, und wir sind auch gleich zu den Faellen rueber, denn Sonntag Abends gibt es dort immer ein Feuerwerk. Als wir dort angekommen sind, haben sie schon angefangen, Leute aus dem kleinen Park zu scheuchen, der die Faelle saeumt. Wegen dem Feuerwerk. Wir hatten also leider nicht die Moeglichkeit, uns die Wasserfaelle richtig anzusehen.
Am naechsten Tag war Papas Geburtstag. Anlaesslich dessen hat er sich und uns Maedels einen Helikopterflug ueber die Faelle hinweg gegoennt. Das bleibt man garantiert trocken, und viel cooler ist es auch!

Nun mussten wir auch schonwieder los zur naechtsten Stadt, naemlich Boston. Fahrtzeit 6 Stunden, dachte ich jedenfalls. Tatsaechlich habe ich etwas durcheinandergebracht. Es sind naemlich mehr als 8, nicht inklusive der Pausen. Leider haben wir also den groessten Teil von Papas Geburtstag im Auto verbracht. Und ganz schlimm verfahren haben wir uns auch noch. Andererseits haetten wir diese Seite von Boston niemals kennengelernt, wenn wir uns nicht verirrt haetten. Muss man also durchaus als positiv werten. Nach endlosem Herumfahren und mehrmaligem Nachfragen (nette Leute in Boston!) haben wir das Hotel weit nach Mitternacht aufstoebern koennen.
Wir sind den ganzen naechsten Tag durch die Altstadt gelaufen. Sehr interessante Stadt, und viele huebsche Ecken! Wir hatten nur einen ganzen Tag in Boston, und ein wenig vom naechsten Tag, bis wir weitergezogen sind. (Leider sind 2 Wochen nicht wirklich ausreichend, sich soviele Staedte im Detail anzusehen.)

New York stand als naechstes auf dem Plan. Dafuer hatte ich drei ganze Tage eingeplant, allein fuer Manhattan. Wir sind nicht aufs Empire State Building rauf, weil mir der Massenandrang und stundenlanges Anstehen vom letzten Jahr in NYC noch auf dem Magen lag. Die Eltern waren damit auch einverstanden, zumal wir kurz zuvor schon auf einem viel hoeheren Turm waren. Das Schlangestehen haben wir uns genauso fuer die Freiheitsstatue gespart. Glueklicherweise gibt es naemlich eine Faehre, die dicht genug an der Insel vorbeifaehrt, und dafuer noch voellig umsonst. Viele Leute gibts da auch, aber die passen alle gemeinsam auf die Faehre. Wie richtige Touristen haben wir uns einen dieser Touristen-Doppeldeckerbusse geleistet, mit denen man weit herumkommt und auch noch was erzaehlt kriegt. Fuer einen obligatorischer Fussmarsch ueber die Brooklyn Bridge und gemuetliches Sitzen im Central Park war auch noch reichlich Zeit, plus Shopping. Vorbei am Time Square, immer und immer wieder. Studenlanges Herumlaufen, wie sich das nunmal fuer einen Urlaub gehoert. New York ist sehr beeindruckend, aber auch sehr ueberwaeltigend. Niemals gibt es dort Ruhe. Heisst ja nicht umsonst „die Stadt, die niemals schlaeft“. Am Ende war ich recht froh, wieder dort herauszukommen.

Washington D.C., als Letztes. Hotel war recht schnell gefunden. Das lag im Regierungsviertel, also konnten wir uns am ersten Abend gleich das Weisse Haus und all die massiven, bluetenweissen Bauten ansehen. (Im weiteren Verlauf sind wir noch einige Male am Weissen Haus vorbeigekommen *gaehn*) Im Vergleich zu New York war Washington ploetzlich so ruhig, und kaum ein Gebaeude ist mehr als 5 Stockwerke hoch (auch wenn ein Stockwerk so hoch ist wie zwei Stockwerke ueberall sonst). Wir sind auch am naechsten Tag in der Gegend geblieben, denn da gibt es reichlich anzusehen. Wir haben auch nur einen Bruchteil dessen besucht, was es zu besuchen gab. An meinem Geburtstag (btw, Vielen lieben Dank fuer die ganzen Glueckwuensche und Anrufe!) sind wir auch mal in einen anderen Stadtteil (Georgetown) gefahren. Dort haben wir die Treppe bestiegen, die der Priester am Ende des Filmes „the Exorcist“ herunterfaellt! Nur in umgekehrter Richtung. Viel sicherer.
Aus Washington wieder rauszukommen erwies sich als die schwierigste Aufgabe unserer ganzen Reise. Zumal weder ich noch Papa (der Navigator) auch nur einen Blick auf die Karte geworfen haben, sondern ganz den Google-Beschreibungen vertraut haben. Wir haben dann letztendlich eine Alternativroute gefunden, die auf der Karte (tja, endlich) direkt aussah. War sie eigentlich auch, abgesehen davon, dass ein seeeehr langes Stueck des Weges durch ein Gebirge fuehrte. Ich bin stundenlang Kurven gefahren, Berg rauf, Berg runter, Berg rauf, ..... Man konnte wegen der Kurven auch nicht besonders schnell fahren, also waren wir ewig unterwegs. Letztendlich wurde es wieder flach draussen, und ich konnte endlich mit ueberhoehter Geschwindigkeit fahren, wie sich das fuer Deutsche gehoert. Wollte nur noch nach Hause und wieder in meinem eigenen Bett schlafen. Weit nach Mitternacht sind wir dann endlich in meine Einfahrt eingebogen, nach 13 Stunden Fahrt. Normale Leute brauchen 7 Stunden von Washington nach Cincinnati. Dafuer sind diese langweiligen Normalos sicher niemals in den Genuss dieser wundervollen Berglandschaft gekommen!