Donnerstag, Februar 15, 2007

Wetter-Panik...schonwieder

Ich muß eins zugeben - es ist verdammt kalt hier. Ich bin so froh, daß meine Heizungen funktionieren. Allerdings kann man die nicht ohne weiteres regulieren. Ich habe den Dreh nicht heraus, wie man einen Zwischenzustand zwischen "kalt" und "tropisch" einstellen kann. Sobald man dran herumdreht, geht die Temperatur drastisch herunter. Da meine Heizkosten in der Miete enthalten sind, welche konstant bleibt, lebe ich doch lieber in den Tropen.

Nachdem letzte Woche wegen ein paar Zentimetern Schnee die Stadt quasi lahmgelegt wurde, war es diese Woche noch schlimmer. Wettervoraussagen redeten von mehr Schnee, Sturm, Eisregen, und Blitzeis, beginnend Montag Nacht, und den ganzen Dienstag. Vorsichtshalber hat der Flughafen alle Flüge gesperrt, und es wurde überall Salz ausgestreut, um dem Eis entgegenzuwirken. Die Zeitungen rieten, am Dienstag zu Hause zu bleiben, um Streuungsarbeiten nicht im Weg zu sein, und weil es generell zu gefährlich werden würde. Viele Leute sind gleich am Montag nicht zur Arbeit gefahren. Das Unirektorat hat diskutiert, ob sie die Uni am Dienstag nicht gleich zulassen sollten. Ich war darüber sehr erfreut, weil ich für Dienstag für zusätzliche Sprechstunden eingeteilt war, und außerdem für Prüfungsbeaufsichtigung (das einzige, was ich am Unterrichten wirklich nicht mag).

Am Montag habe ich bis halb 2 nachts noch gearbeitet und ständig aus dem Fenster geschielt. Dann hat der versprochene Schneefall endlich angefangen. Ich bin am Dienstag morgens zur normalen Zeit aufgestanden, habe aber als erstes meine Emails gelesen. Und tatsächlich, die Uni ist den ganzen Tag geschlossen (*freufreu*)! Ich wollte eigentlich gleich wieder ins Bett und noch ein bißchen schlafen, habe aber den Fehler gemacht, Daniel anzurufen. Der hat mich dann überredet, wach zu bleiben (warum ich drauf gehört habe, weiß ich auch nicht).
Ich habe den ganzen übrigen Morgen und einen Teil des Nachmittags mit Faulenzen verschwendet, weil ich theoretisch den ganzen Nachmittag und Abend haben würde, um zu arbeiten. Daniel ist vorbeigekommen, wir haben Essen gekocht und gemütlich gegessen, dann seelisch zum Arbeiten vorbereitet ... und dann ist der Strom ausgefallen. Ohne Computer kann ich kein Paper schreiben, und ohne Licht kann ich kein Paper lesen.
Wirklich schlimm fanden wir das allerdings nicht. Zwar funktionieren die Heizungen nicht ohne Strom, aber dank meiner effektiven Heiztätigkeit ;) hielt die Wärme eine Weile an.
Nach mehr als 4 Stunden ging das Licht wieder an. 2 Minuten später wieder aus. Fast eine Stunde später wieder an. Blieb dann auch so.

Am Mittwoch fielen alle Kurse vor 10 Uhr morgens aus. Damit hing es noch gerade rechtzeitig vor der langweiligsten Vorlesung meine Unilaufbahn wieder los...

Anyway, die Landschaft ist einfach wunderschön. Alles ist in Eis eingeschlossen, besonders die Pflanzen. Die Zweige von Bäumen, und auch die Blätter, sind buchstäblich jeweils einzeln eingefroren. Sieht aus wie im Märchen. Hier sind einige Bilder, die ich gemacht habe: