Laborarbeit
Ich habe noch keinen Plan, was ich genau erforschen werde. Nur die Richtung. Also Augen . Bin schließlich hier in der Augen-Arbeitsgruppe. Ich möchte am Liebsten mit den Fächerflüglern arbeiten, was aber schwierig wird, wenn man die Zugänglichkeit bedenkt. Bleibt zu hoffen, daß unser kleines Zuchtprogramm mit Hilfe der Wespen erfolgreich ist. Leider konnten wir schon beobachten, wie die Wespen manche Wespenlarven aus dem Nest geworfen haben; möglicherweise haben sie erkannt, daß diese Larven parasitiert waren. Außerdem haben wir zwei herrenlose (eigentlich damenlose) Nester, bei denen die Ersatzfütterung nicht ganz von Erfolg gekrönt ist. Die sterben nacheinander weg. Das Gute daran ist, daß ich in denen einige weiterentwickelte Strepsi-Larven gefunden habe. Die kann ich vielleicht später nutzen. Naja, erstmal eintüten.Srdjan und ich müssen jetzt erstmal im Labor ran. Die Chefin hat vorgeschlagen, daß wir uns erstmal in einige Methoden einarbeiten, um einen Eindruck zu kriegen, was wir mit unseren Forschungsobjekten überhaupt anstellen können. Probe-Testobjekt ist die allseits beliebte Drosophila, oder auch "Fruchtfliege". Wir haben sowohl welche mit roten Augen als auch mit weißen. Das macht sich gut, um verschiedene Färbemethoden zu testen. Dazu muß man von diesen winzigen Fliegen erst die Köpfe abschneiden und dann außerdem noch ein Loch in den Kopf machen, ohne die Augen und das Gehirn zu beschädigen (damit die Fixierung besser wirken kann). Nun, die Augen nehmen glatt die Hälfte des Kopfes ein. Ist schon beachtlich, wie lange der morgentliche Kaffee nachwirkt. Meine Hände haben furchtbar gezittert unter dem Mikroskop. Ich habe einige der Köpfe ruiniert, bevor ich den Dreh raushatte.
Wir drei haben unsere Köpfe (wörtlich) zusammengelegt und Srdjan und ich haben dann das Protokoll abgearbeitet. Durch geschicktes Handling ist es mir gelungen, das Probenvolumen etwas zu reduzieren. Das spart Zeit. Wie ich das geschafft habe? Jaa-haa! Ich will nicht zuviel verraten, aber der Fachbegriff dafür reimt sich auf "Ich hab´s runtergeschmissen".
3 Tage hat´s gedauert, dann war die Prozedur komplett. Gut, nicht alles ist perfekt geworden, aber KEIN Ergebnis kann ja manchmal auch ein Ergebnis sein. Aber nicht schlecht für den ersten Versuch.
Als nächstes werden wir das Ganze wiederholen, nur diesmal mit kleinen Variationen.
Letzte Woche habe ich mir Bettzeug gekauft. Es gibt hier zwar auch quadratisches Kopfkissen und Federbett wie in Deutschland, aber es ist weniger gebräuchlich. Ein typisches Komplettset besteht aus einem Laken für die Lattenrost-Matratze (ich mußte die Matratze wieder allein hochstemmen, damit ich es aufziehen konnte), einem Spannbettlaken für die Matratze, zwei Kopfkissenbezüge für normale (rechteckige) Kissen, zwei Bezüge für (größere) Dekokissen, einer dünnen "Unterdecke" und einer Bettdecke (genannt "Comforter", etwa so dick wie ein Sommer-Federbett). Die Kissen kauft man extra; sind auch recht günstig, wenn man nicht unbedingt Ralph Lauren darauf stehen haben will. So sieht das Ganze dann aus:

Ach und nochwas, für alle Biologen hier. Wir haben hier auch einige coole Tierchen in Gläsern im Labor. Das witzigste ist ein Maulwurf mit "Sternnase". das ist keine Deformierung, sondern eine Autapomorphie; der benutzt die "Tentakel" als Finger. Der ist hier allerdings nicht heimisch.
Ich muß mal ein Foto machen.
Ich habe außerdem einen schicken Hundertfüßer in meiner Wohnung gefangen. Hübsch, oder?

1 Comments:
Das ist Scutigera? Ich hatte keine Ahnung, wie Carsten´s Viecher aussehen. Diese leben im meinem Haus. Man kann im Keller eine ganze Menge davon finden, gleich neben den ganzen, toten Kakerlaken....
Kommentar veröffentlichen
<< Home