Montag, August 15, 2005

sonntäglicher Einkauf

Luxus in den USA: man kann am Sonntag einkaufen gehen. Die meisten Läden sind von Mittag an bis circa 18 Uhr geöffnet. Viele der Supermärkte, auf jeden Fall die beiden Großen hier namens Meijer und Kroger, sind sogar jeden Tag durchgehend geöffnet.

Gestern bin ich mit Irena shoppen gefahren. Sie suchte ein paar kleine Geschenke für die Verwandtschaft, weil sie bald für 2 Wochen nach Hause fliegt, und ich wollte eine neue Jeans kaufen, da meine Alte kaputtgegangen ist (ich hätte sie doch nur flicken müssen, als das Loch noch klein war....nun könnte ich glatt ein ganzes Baguette drin verschwinden lassen).

Im ersten Laden gab es sehr viel Dekoratives. Ich habe erfolgreich dem Drang widerstanden, mir Zeug zu kaufen, das ich nicht wirklich brauche. Habe mir nämlich vorgenommen, meine Wohnung nicht wieder mit Nippes zu vermüllen. Ich hatte in Rostock viel zu viel davon. Das habe ich dann beim Ausziehen gemerkt.

Als nächstes waren wir in einem Geschäft für Kleidung. Ich habe ganze 17 Paar Jeans anprobiert, bis ich eine gefunden habe, die mir gepaßt hat.
Die Größenangaben sind natürlich nicht wie in Deutschland. Den Hosen ist eine fiktive Zahl zwischen 1 und 14 zugewiesen (sicher noch höher, aber zu den nächsten Reihen bin ich nicht vorgestoßen). Was die 1 von der 14 unterscheidet, konnte ich aber auf den ersten Blick nicht erkennen. Keine Abstufung wie zwischen Größe 34 (eingelaufen oder so?) und 48 (deutlich viel mehr Stoff). Irena sagte, sie trägt meist 2 oder 4 (sie ist einen halben Kopf kleiner als ich und schmal gebaut), also wollte ich bei der 7 anfangen. Hosen gingen zu, aber mit Presswurstcharakter. Größe 8 genauso. Größe 9 auch. Entweder an den Beinen zu eng und an den Hüften zu schmal. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon 11 Paar Jeans getestet. Da habe ich beschlossen, oben anzufangen und mich nach unten durchzuarbeiten. Eine 14, eine 13, zwei 12er und zwei 11er genommen. Die haben, bis auf die 13, alle gepaßt (aber keine war zu weit!). Scheint so, als ob die Größen von der jeweiligen Firma abhängig sind, die die Hosen herstellt.

Aber was machen die dicken Leute? Ich habe soweit keine Übergrößen gesehen. Dafür allein 14 Abstufungen nach einem undurchsichtigen Konzept zwischen dünnem und normalem Körperbau. Irena sagte schon von Vornherein, man muß einfach so lange anprobieren, bis man was findet.

Wir waren noch in anderen Läden unterwegs, zum Schluß im Supermarkt.
Hier gibt es in jedem größeren Lebensmittelgeschäft eine Reihe für Lebensmittel aus anderen Ländern. Natürlich auch für Deutschland. Dort gibt es unglaublich teuren Kaffee (Tschibo oder Nescafé, 8 Dollar für ein HALBES Pfund), Kekse, die ich vorher noch nie gesehen habe, andere Substanzen, die ich noch nie gesehen habe, manchmal Ritter Sport Schokolade, Sahnesteif (ja!), Backmischungen für Streuselkuchen und, in jedem Fall, wer hätte das nicht geahnt, Gewürzgurken und Sauerkraut. Letzteres im Überfluss, nämlich von mindestens 3 Herstellern (und nicht unbedingt deutschen Herstellern). Die Gurken und das Sauerkraut nehmen immer (!) das ganze untere Regal ein. Ich finde es traurig, dieses dumme Klischee bestätigt zu finden! Ist Sauerkraut in Deutschland ein Grundnahrungsmittel? Bei mir zu Hause nicht. Oder meine Eltern haben was unterschlagen. In diesem Fall LIEBEN SIE MICH WOHL NICHT GENUG!