Eis zum Frühstück
Ich bin gerade aufgewacht und habe beschlossen, mein morgentliches Koffein sollte heute mal nicht warm sein. Hatte eher Lust auf etwas Kaltes. Zum Beispiel das Kaffee-Eis mit großen Krokantstücken, das in meinem Kühlschrank steht.
Heute ist wieder vergleichsweise warm draußen. Im Moment sitze ich kurzärmelig (eigentlich garkeine Ärmel) auf der Couch and das Fenster ist offen. Die letzten zwei Tage hats hier geschneit. Es ist aber nur auf den Dächern und auf Rasenflächen liegengeblieben.
Als ich am Mittwoch nach Hause kam, war es wie immer viel zu kalt in meiner Wohnung. Meine Hände (und sogar meine Nasenspitze) sind eiskalt und ich muß mindestens 2 Pulloverschichten tragen. Nachts ist es manchmal so kalt, daß ich 2 Decken übereinander habe. Meine Fenster sind ziemlich undicht, was meine Wohnung noch zusätzlich auskühlt. Ich habe das Fester in der Küche mit Geschirrtüchern stopfen müssen. Da waren stellenweise Lücken, durch die ich locker meine Finger stecken kann, weil das Fenster total verzogen ist. Jetzt ist es einigermaßen dicht (ich spüre immernoch einen kalten Luftzug). Andererseits ist es im Bad drückend heiß, was morgens natürlich nicht schlecht ist. Ich erinnere mich, daß ich in Rostock jeden Morgen in ein eiskaltes Bad geschlurft bin, was das Aufstehen nicht einfach macht (das verlockende warme Bett). Aber damit ist jetzt Schluß, habe ich mir gedacht. Ich habe meine Vermieter angerufen und gesagt, daß meine Heizung im Wohnzimmer und Schlafzimmer nicht funktionieren, und meine Wohnung deshalb sehr kalt ist. Die Sekretärin sagte, sie würden binnen einer Stunde jemanden vorbeischicken. 15 Minuten später fing meine Heizung an zu zischen und wurde tatsächlich warm, dann heiß. Ebenso im Schlafzimmer. Ich habe wieder angerufen und Bescheid gesagt. Der Handwerker war noch nicht mal unterwegs, und trotzdem funktionierts plötzlich.
Ich habe dann erstmal meine Sessel davor geschoben, meine Füße an die Heizung gelegt und ein Buch gelesen. Was 'ne Entspannung!
Inzwischen ist es aber zu heiß bei mir. Anscheinend kann man die Heizungen nicht justieren, nur an- oder ausschalten bzw. drehen.
Am Dienstag war ich in einer Art Heimatkundemuseum. Das war ein großes Haus vollgestopft mit diversen Ausstellungsstücken, anscheinend ohne wirkliche Ordnung. Im Erdgeschoss gab es Fossilien und allerlei Steine, einen Kasten mit einem Schrumpfkopf und mißgestalteten Tieren, einen Raum mit Indianern und einen Raum mit einer Modeleisenbahn-Landschaft auf einem großen Tisch. Wir waren deutlich die Ältesten da. Außer uns schwirrten eine Menge Kleinkinder herum, meistens so klein, daß sie noch nicht laufen konnten. Wandertag für Babies oder so.
Im ersten Stock gab es einen Raum mit "so sah es in Häusern vor 150 Jahren (oder so) aus", einen Raum mit Schiffsteilen und einen Raum mit ausgestopften Tieren, die eher schlecht als gut bearbeitet waren. Das Beste war ein Schild an der Wand in diesem letzten Raum: "Alle hier ausgestellten Tiere, mit Ausnahme des Bären, sind eines natürlichen Todes gestorben, wie zum Beispiel das Fliegen gegen ein geschlossenes Fenster oder gegen eine Stromleitung oder vom Auto überfahren."
Party jedes Wochenende
Ich glaube, ich bin hier auf mehr Partys gewesen in den letzten 3 Monaten als in Rostock in einem ganzen Jahr. Gestern schonwieder. Ich habe auch jede Menge Fotos gemacht, die ich auch gern posten würde, aber das geht gerade nicht, weil meine Kamera und mein Computer sich anschweigen. Ich bin morgen in der Uni, dann kann die Bilder kopieren. Eigentlich sehe ich meistens auch immer die gleichen Leute. Das macht aber auch nichts, weil die die alle sehr gern mag. Gestern waren wir in einem ziemlich großen Haus, in dem wohl 6 oder 7 Leute wohnen. Einigen der Anwesenden war ich noch nie begegnet, andere kannte ich vom Sehen. Und meine "übliche" Clique war natürlich auch da. Das Haus war gerammelt voll. Ziemlich laute Musik, jede Menge Alkohol (auf dem Tisch stand eigentlich fast nur Alkohol, ich habe mir extra was anderes mitgebracht) und Leute, die ausgelassen getanzt haben (der Fußboden schwang mit). Die Polizei ist sogar vorgefahren, weil wir so laut waren. Danach wurde es ein bißchen ruhiger.
Ich bin gestern auch in die Stadt gefahren, um mir einige Wintersachen zu kaufen und nach Weihnachtsgeschenken für meine Liebsten zu suchen. Inzwischen ist es ziemlich kalt hier. Es hat sogar schon geschneit. Und das, obwohl ich zwei Tage zuvor noch alle Fenster offen hatte und kurzärmelig in meiner Wohnung herumgelaufen bin. Ist aber nichts liegengeblieben. Ich habe nun wenigstens eine ordentliche Winterjacke. Obwohl, gestern hat mir ein Original-Einwohner von hier gesagt, daß es im Winter bis zu -15°C werden kann. Und sobald es richtigen Schnee gibt (angeblich nächsten Mittwoch), bricht der Verkehr zusammen. Cincinnati besteht aus Berg- und Tal-Straßen. Sobald die vereist sind, kommt man nicht mehr vorwärts. Was für ein Glück, daß ich nur 10 Minuten bis zur Arbeit habe. Vielleicht muß ich mir in ein paar Wochen eine noch dickere Jacke besorgen, in der ich dann wie das Michelin-Männchen aussehe.
Heute gehe ich ins Kino zu Harry Potter. Natürlich wieder gesammelt. Wir sind 4 oder 5 Leute. Wir werden danach sicher nicht gleich wieder nach Hause fahren. Mal sehen.
nur noch 3 Wochen...
...dann ist das Quarter herum. Ich hätte jetzt gern Urlaub. Aus irgendeinem Grund habe ich total Lust auf Camping. Durch einen riesigen Wald wandern, im Fluß baden und im Zelt schlafen. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, daß irgendwas nicht ganz rund läuft bei mir, denn ich war noch nie ein Fan von Camping. Jeglichen Urlaub ohne fließend Wasser (aus der Leitung) erachte ich als nicht erstrebenswert, normalerweise.
Ich war gestern auf einer Party im Haus der Kanadierin und Venezuelanerin. Gestern war hier ein Feiertag und deshalb mußten wir nicht zur Uni. Aus diesem Grund ist auch die Kaffeestunde ausgefallen, also haben die beiden beschlossen, selbst eine zu schmeißen. Mal davon abgesehen, daß wir erst um 7 angefangen haben (heißt, eigentlich war ich die einzige, die pünktlich da war) und daß wir keine Kekse hatten (dafür Kuchen) und Kaffee erst gegen 12 Uhr abends. Später wurde im Garten hinter dem Haus ein Lagerfeuer angezündet und wir haben alle drumherumgesessen and Marshmallows am Stock gegrillt. "Deutschsprachige" waren letztendlich in der Überzahl (Österreicher sind beleidigt, wenn man sie als "Deutsche" bezeichnet) und zum Schluß hatten wir auch nur noch einen einzigen echten Amerikaner da. Eine der Österreicherinnen hat gesagt, daß sie fast nur ausländische Freunde hat, und sehr wenig Amerikanische. Das geht mir genauso. Die Amerikaner, mit denen ich zu tun habe, sind alle in meinem Institut (und nicht mal da sind alle Amerikaner), ansonsten kenne ich nur einen und zwei, die ich mal auf Parties treffe (einer davon war gestern da), obwohl ich hier immerhin im Land der Amerikaner bin. Ich bin dann halb 4 zu Hause gewesen.
Es gibt in den USA ein paar ganz unterhaltsame Zeitschriften, die nicht ernst zu nehmen sind, aber immerhin zum Lachen. Die sind normalerweise schwarz/weiß und auf ganz billigen Papier gedruckt und enthalten Nachrichten wie "die Wahrheit über Aliens" und "Bigfoot nimmt an Autorennen teil" und noch besser "die Chinesen geben es zu: Wir können uns auch nicht wirklich auseinander halten". Ich habe irgendwann einen Artikel gelesen, in dem behauptet wurde, daß jeder zehnte Autofahrer nackt fährt. Das habe ich natürlich nicht geglaubt. Bis vor 2 Tagen, als ich auf dem Nachhauseweg war. Ich gucke unschuldig in ein vorbeifahrendes Auto und stelle mit Erschrecken fast, daß der Fahren nur eine Unterhose trägt. Ich denke, ich hoffe, er trug eine, denn der Bauch hing über dem Schoß.