Jesus ist tot! Und da kommt er auch schon wieder!
Die Ostertage sind hier keine offiziellen Feiertage, also mußte ich weiterhin brav zur Arbeit gehen. Aber wir haben uns trotzdem zum guten alten
Ostereierfärben in einer nur-Mädels-Runde zusammengetan, Tradition muß gewahrt werden (das Färben, nicht die Mädels- Runde)!Allerdings waren Silvana, Heidi und ich so ziemlich die einzigen, die dieser Tradition jemals nachgegangen sind. Veronica (Venezuela) hatten das zuvor noch nie gemacht, Erika (Belgien) wollte dafür ausgepustete Eier nehmen. Jamie (USA) kannte es auch nicht, und unsere beiden Französinnen Sandrine und Helene schienen auch nicht so traditionell gestimmt zu sein. Kathi (Österreich) war hingegen sehr talentiert.
Wir hatten an die 40 Eier, und zum Bemalen gabs Wachsstifte, Wasserfarben, Fingermalfarben, und Färbetabletten. Wir haben alles mal ausprobiert. Eier mit Feiertagsthema, Eier mit Tieren drauf, politische Eier, einfach nur bunte Eier, Eier mit Superhelden, und ein Ei das aussah wie ein frisch ausgepultes Auge (ne, Silvana?).

Den Tag, an dem Jesus zombifiziert wurde, haben wir Mädels dann gemeinsam mit allen erhältlichen Jungs aus unserer Gruppe verbracht. Plan A war, daß wir uns alle im Clifton House treffen und dann zusammen in den Eden Park fahren und ein Picknick machen. Das ist ein sehr hübscher, kleiner Park nicht weit vom Campus (in Auto-Standard). Plan B sah das gleiche vor, nur daß wir in einen Park direkt am Campus gehen würden, falls wir nicht genug Autos hätten. Plan C - wenn es regnet, bleiben wir im Clifton House. Strahlender Sonnenschein, und sechs Autos für zwölf Leute absolut hinreichend. Also Plan A.
Erstmal hat es eine ganze Weile gedauert, bis alle eingetrudelt waren. (Ok, ich kam auch zu spät, aber ich hatte bis um 3 Uhr morgens mit Vero und Mike beim Lernen gesessen). Dann sind wir mit vier Autos losgestartet. Etwas planlos, muß ich sagen. Anstatt alle zusammen zu fahren, ist jedes Auto einzeln los (Fahrer/-in: "Ich weiß, wo das ist!") Dort angekommen, waren wir natürlich quer über den Park verteilt. Hat eine Weile gedauert, bis wir uns alle gefunden hatten. (Wie sind die Leute im Pre-handy Zeitalter eigentlich klargekommen?)
Letzendlich haben wir doch einen Platz gefunden mit einem phantastischen Ausblick auf den Ohio River.


Nachdem wir Mädels in einem Anfall von Kreativität wunderschöne Eier gezaubert hatten, fiel es nun umso schwerer, das Schönste darunter zu wählen. Aber
was tut man nicht alles, wenn ein Preis winkt.Es wurde demokratisch abgestimmt.
Irgendwann konnten wir uns dann endlich für eines von Jamie's Ostereiern entscheiden. Der Gewinn bestand aus einem Schoko-Osterhasen und endlosem Posen für das Siegerfoto.
Beim Schönheitswettbewerb für bemalte Eier ist es dann nicht geblieben. In der nächsten Runde wurde die Robustheit der Eier getestet. Jeder suchte sich eins aus, und dann wurden die Enden gegeneinander geschlagen. Wessen Ei zu Bruch ging, hatte verloren. Ganz besonders hervorgetan hat sich das Batgirl-Ei (*hust* eine Kreation von mir *hust*), das sich Veronica herausgesucht hatte.
Sie hat damit gegen jedes andere Ei gewonnen.Und das Ostereier-Wettrennen. War Silvanas Vorschlag. Offenbar machen die im Norden Deutschlands komische Spiele zu Ostern. Und eigentlich sollte man ja überhaupt nicht mit dem Essen spielen; zum Glück
waren keine Erwachsenen dabei :D. Und das geht so: man sucht sich einen kleinen Hügel, reiht die Eier nebeneinander auf (man kann auch einzeln antreten) und läßt sie den Hügel herunterkullern. Das siegende Ei rollt am Weitesten, ohne zu zerbrechen.Erster Versuch auf einem Erdhügel. Batgirl hat sich wieder mal wacker geschlagen. Silvana war der Hügel aber nicht steil genug, also haben wir den Wettkampf auf eine
kleine Brücke verlegt. Dort sind die meisten Eier tatsächlich weiter gerollt, aber auch zu Bruch gegangen. Sogar das Champion-Ei!Ach ja, gegessen haben wir die Ostereier auch.







